BARF Knochen

Das Einmaleins der Knochenfütterung

So werden Sie zum 1×1 Meister

Calcium ist bei selbst hergestelltem Hundefutter (z.B. Rohfütterung, BARF, Selbstgekochtes) eines der wichtigsten Mengenelemente. Es sollte in Ihrer eigens zusammengestellten Ration enthalten sein. Durch die Fütterung von Knochen oder die Gabe von Calciumpräparaten können Sie den Calciumbedarf des Hundes decken. Dafür sollten Sie den Calciumbedarf für Ihren Hund kennen oder rechnerisch überprüfen.

Zu viele Knochen machen krank

Ein nicht korrektes Calciumverhältnis durch z. B. eine zu hohe Gabe von Knochen kann bei adulten, wie auch bei heranwachsenden jungen Tieren schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Welpen können beispielsweise überschüssiges Calcium nicht ausscheiden. Dadurch kann es unter anderem zu massiven Wachstumsstörungen kommen. Lassen Sie sich daher bei der Bestimmung des optimalen Calciumbedarfs unterstützen.

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Calcium in der Rohfütterung ist Pflicht

Bei der Rohfütterung (BARF) erreicht man eine bedarfsdeckende Calciumversorgung durch eine anteilige Fütterung von frischen Knochen. Als Empfehlung gilt: Durchschnittlich 15 % gemischte (!) Knochen, gemessen an der Tagesration Fleisch, sollten im Futternapf landen. Diesen Anteil des BARF bezeichnet man als „RFK“ (Rohe fleischige Knochen).

Wenn Hunde keine frischen Knochen vertragen, weil durch die Fütterung Verdauungsstörungen auftreten, stehen alternativ pulverisierte Knochen oder reine Calciumpulver zu Verfügung. Auch für Selbstgekochtes ist ein Ergänzungsfuttermittel mit Calcium eine komfortable wie notwendige Lösung.

Planen Sie zur Ergänzung der Frischfütterung (BARF) rohe und gering mineralisierte weiche Knochen ein. Älteren und geübten Tieren können Sie auch knorpelige Stücke, zum Beispiel vom Brustbein, anbieten. Auch mit Rippen von jüngeren Futtertieren (z. B. Rippe vom Lamm) kommen erfahrene Hunde gut zurecht. Tragende Knochen von Rindern und Pferden oder Röhrenknochen sollten Sie aber gänzlich im Futter vermeiden, ebenso gekochte Knochen.

Wieviel Calcium ist notwendig

Ein ausgewachsener Hund benötigt nach NRC (= National Research Council, Forschungsorganisation im Bereich u. a. Gesundheitswesen) etwa 130 mg Calcium pro kg KM0,75. Bei einem 30 kg schweren Hund entspricht dies einem täglichen Bedarf von 1667 mg Calcium. 

Für den Knochenanteil im BARF sind folgende fleischige Knochenteile (RFK) für Hunde geeignet

RFK (Rohe fleischige Knochen)CalciumPhosphor
Hühnerklein/Hühnerkarkasse950 mg570 mg
Hühnerflügel1450 mg800 mg
Hühnerhälse1700 mg1000 mg
Putenhals1700 mg1000 mg
Kaninchenkarkasse2800 mg900 mg
Kalbs-, Rinder-, Pferdebrustbein*2900 mg1350 mg
Lammrippe*11000 mg5400 mg

Durchschnittswerte pro 100 g Rohware = ca. Angaben gerundet. *Ganzes Brustbein und Rippen sind für kleine und mittlere Hunde nicht gut geeignet. Bitte weichen Sie auf Brustbeinspitzen oder Geflügelknochen aus.

Erfahrungsgemäß enthalten diese o. g. RFK einen Fleischanteil von etwa 30 %. Aufgrund des hohen Knochenanteils (70 %) sollten Sie diese daher nicht als alleinige Mahlzeit füttern, sondern mit Fleisch und Gemüse ergänzen. Das entlastet das Verdauungssystem.

Wenn Sie ein ganzes (gewolftes) Futtertier (z. B. ein ganzes Huhn oder ein ganzes Kaninchen) für Ihren BARF Einkauf vorgesehen haben, liegt das Verhältnis von Fleisch : Knochen im Vergleich zu o. g. RFK umgekehrt bei durchschnittlich 70 : 30. Aufgrund des hier vorliegenden viel höheren Fleischanteils eignet sich dieser RFK auch als Einzelmahlzeit – vorausgesetzt Ihr Kund verträgt Knochen generell gut.

Geben Sie Ihrem Tier Zeit, sich an eine gute Knochenverdauung zu gewöhnen

Hunde, die auf BARF umgestellt werden sowie Welpen und Junghunde sollten vorsichtig an die Fütterung von Knochen herangeführt werden. Dies kann tatsächlich mehrere Wochen dauern. Zu Anfang sollten Sie nur kleine Mengen an weichen Knochen (Hühnerkarkassen, Hälse) füttern und regelmäßig überprüfen, wie gut diese verdaut werden können (Kotkontrolle). Solange Sie in dieser Phase noch keine bedarfsdeckende Fütterung von RFK erreichen können, muss weiteres Calcium z. B. als Pulver in entsprechender Menge supplementiert werden. Geben Sie Ihrem Hund daher genügend Zeit, sich auf die Verdauung von Knochen einzustellen.

Falls Ihr Hund Knochen nur unzureichend verdauen kann (Anzeichen z. B.: Knochenkot oder unverdaute Knochenteile im Kot, zu harter Kot, zu langes Pressen vor dem Kotabsatz oder auch Erbrechen) sollten Sie gänzlich auf Knochenfütterung verzichten und den Calciumanteil beispielsweise mit Algenkalk, Calciumcitrat oder ggf. Eierschalenpulver ergänzen.

Auch im Alter können Knochen oftmals nicht mehr gut verdaut werden. Bei einem älteren Hund sollten Sie daher den Kot (wieder) regelmäßig kontrollieren und unter Umständen auf Calciumsupplemente ausweichen.

Knochenmehl vs. Calciumpulver

Ein Knochen liefert nicht nur Calicum, sondern auch Phosphor und Spurenelemente wie Zink, Magnesium, Kalium, Natrium, Eisen (…). Wenn Sie auf ein Pulver ausweichen müssen, sollten Sie bei der Zubereitung Ihrer Futterration gemahlene Knochen (Rinderknochenmehl, Pferdeknochenmehl) vorziehen. Im Allergiefall sollten Sie überprüfen, ob es ein passendes Knochenpulver (z. B. vom Pferd bei einer Ausschlussdiät mit Pferd) für Ihren Hund gibt. Werden Sie nicht fündig, sollten Sie auf neutrale Calciumpräparate zurückgreifen. Bei einigen Erkrankungen ist es außerdem ratsam, gänzlich auf Knochenfütterung zu verzichten.

Knochen als Zahnreinigung

Wenn Sie Knochen auch zur Zahnreinigung (durch langes Kauen) oder zur Beschäftigung einsetzen wollen, können Sie einem geübten Hund einige größere Fleischteile anbieten. Lassen Sie Ihren Hund bei der Fütterung von Knochen aber niemals unbeaufsichtigt! Achten Sie darauf, dass nur eine gewisse Menge Fleisch/Knochen abgekaut wird. Halten Sie den gefressenen Knochenanteil im Auge und errechnen Sie hier die Calciumaufnahme. Wenn zu viel Knochen gefressen wird, besteht die Gefahr u. a. von Knochenkot.

Für einen geübten Hund sind folgende größere Knochenteile (RFK) geeignet

  • Fleischige Stücke vom Kalbsbrustbein
  • Lammhals
  • Reh- oder Lammkeule
  • Lammschulter
  • Kalbsschwanz

Welche Menge müssen Sie berechnen

Bei einem ausgewachsenen Hund liegt die durchschnittliche Futterempfehlung bei max. 5 % harte Knochen oder 10–15 % fleischige, weiche Knochen in Abhängigkeit von der Knochenart (siehe Tabelle). Die Prozentangaben für diese RFK beziehen sich immer anteilig auf die errechnete benötigte Fleischmenge. Zum Beispiel: Ein gesunder, normal aktiver Hund mit 20 kg Körpergewicht benötigt 2,5 % Gesamtfuttermenge/kg KM. Bei einem Verhältnis von 70 : 30 sind dies ca. 350 g Fleisch, davon (15 %) 55 g gemischte RFK pro Tag.

Dos and Don’ts

  • Keine Knochenfütterung ohne Aufsicht
  • Niemals Röhrenknochen verwenden
  • Keine tragenden Knochen füttern
  • Welpen, Junghunde und „Anfänger“ langsam an Knochen gewöhnen
  • Calcium Bedarf rechnerisch überprüfen und Knochenmenge daran anpassen
  • Je mehr Knochen, desto wahrscheinlicher treten Gesundheitsrisiken auf
  • Regelmäßig Kotkontrollen durchführen
  • Knochen mit wenig Fleischanteil (Karkasse mit wenig Fleischbesatz) mit reinem Fleisch und Gemüse ergänzen
  • Knochen nicht als letzte Mahlzeit (Abends) füttern
  • Wenn Knochen unverträglich sind, auf Ersatz (Pulver) ausweichen